Kanzleiorganisation

Kanzlei-Nachfolge in Anwaltskreisen

Kanzlei-Nachfolge in Anwaltskreisen

Wer wird mein Nachfolger? Im deutschen Mittelstand ist das eines der großen Themen und es ist auch eines der ganz wichtigen Themen für Rechtsanwälte. Die Zeiten, dass ein Anwalt nach 35 bis 40 Berufsjahren seine Kanzlei zu einem attraktiven Preis, der ihm dann auch noch einen gemütlichen Ruhestand sichert, verkaufen konnte, sind lange vorbei.

An jungen Kollegen als Nachfolger mangelt es dabei nicht, dies zeigen auch die stetig wachsenden Zahlen an jährlichen Neuzulassungen, jedoch streben junge Anwälte eher nach einer sicheren Anstellung als nach einer Selbständigkeit. Und die Anwälte, die in der gleichen Stadt oder der näheren Umgebung eine Kanzlei betreiben, gehen davon aus, dass sich die Mandanten der geschlossenen Kanzlei eh auf sie verteilen. Sie sind also gar nicht daran interessiert sich Kompetenz in der Rechtsberatung „zuzukaufen“ und so ihr Angebot zu erweitern. Im Übrigen verfügen nur wenige Kanzleien über die notwendigen Bausteine für eine Kanzleinachfolge, somit ist die Kanzleinachfolge für viele Rechtsanwälte ein kaum zu lösendes Problem.

Es gibt aber auch noch weitere Gründe für die Schwierigkeit, die eigene Kanzlei an einen Nachfolger oder einer Nachfolgerin abzugeben. Zum Beispiel überschätzen Anwälte oftmals den Unternehmenswert ihrer Kanzlei. Auf der anderen Seite darf man aber auch die immense Personengebundenheit der Mandate und Mandantschaft an „ihren“ Anwalt nicht unterschätzen. Rechtsberatung ist keine Massenware aus dem Supermarkt, so nach dem Motto, egal wer gerade Geschäftsführer ist, eingekauft wird immer, der Umsatz bleibt gleich. Eine gute Rechtsdienstleistung hat mit dem Menschen zu tun, der diese Dienstleistung anbietet und erbringt. Eine Rechtsanwalts-Kanzlei ist vergleichbar mit einem klassischen Familienunternehmen. Der Inhaber ist das Gesicht, er repräsentiert die Marke und den Erfolg der Kanzlei. Der Umsatz steigt mit der stetigen Arbeit des Inhabers, also des Anwalts bzw. fällt auch ganz schnell in Zeiten von Urlaub, Freizeit, Krankheit etc. Für den Unternehmenswert von Kanzleien heißt das also, sobald der Inhaber ausscheidet, minimiert sich der Kanzleiwert rapide auf null. Insofern ist für eine Kanzleinachfolge ein durchdachtes Nachfolgekonzept und kompetente Unterstützung unabdingbar.

Kanzlei-Nachfolge leicht gemacht

img_1095Rechtsanwalt Harald Sudholt (64) in Wertheim dachte eigentlich noch gar nicht an Ruhestand oder Kanzleinachfolge als ihn eine Erkrankung umdenken ließ. Plötzlich war die Frage da: Wie sieht es eigentlich mit einem Nachfolger oder einer Nachfolgerin aus? Es war im Jahr 2012 als er sich zum ersten Mal dieser Frage stellte. Die Idee des damals 62jährigen war, dass er sich ab dem 65. Lebensjahr so langsam aus dem Berufsleben zurückzieht – Schritt für Schritt.

Nachfolge-Suche über Anzeigen erfolglos

Er schaltete Anzeigen in verschiedenen juristischen Fachmagazinen, stets mit „mäßigem Erfolg“. Dann hat er in kanzleiLIFE, einem Magazin für Anwälte und Notare, die Anzeige der Firma Maxtarget Business Consulting entdeckt und er hat angerufen. Und dieser Anruf brachte ihm „die beste Nachfolgelösung“ ein, die er sich denken konnte.

Maxtarget ist spezialisiert auf die Vermittlung und Beratung von Anwälten und in diesem Zusammenhang auch gut aufgestellt für Nachfolgeregelungen. Die Spezialisten aus Großwallstadt haben die Wertheimer Kanzlei nach branchenspezifischen Faktoren geratet, wobei sowohl Hardfacts, also betriebswirtschaftliche Faktoren wie auch Softfacts also persönliche, standort-und mandantenspezifische Faktoren zugrunde gelegt wurden und damit ging es dann in die Nachfolgesuche. Daniela Schreck, Geschäftsführerin von Maxtarget: „Wir haben natürlich sehr auf fachliche Schwerpunkte geachtet, aber ganz wichtig ist immer auch, dass Kanzleiinhaber und Nachfolger menschlich gut miteinander aber auch mit dem Mandantenstamm harmonieren.“

Maxtarget spezialisiert auf Nachfolgesuche

img_1090Inzwischen hat Harald Sudholt in dem 31jährigen Sören Winkler einen kompetenten und sympathischen Nachfolger und beide sind höchst zufrieden. Winkler war mehr aus Zufall ebenfalls auf eine Maxtarget-Anzeige gestoßen. Eigentlich war er noch gar nicht so sehr daran interessiert als Nachfolger in eine Kanzlei einzutreten. Doch der Anruf bei Maxtarget änderte seinen Lebenslauf.

Der junge Anwalt, der an der Universität in Würzburg studiert hat und sich „während des Studiums auch sehr stark in der Politik einsetzte“, hat nun in Wertheim eine begeisternde Aufgabe gefunden. Maxtarget fand eine interessierte Rechtsanwaltsgesellschaft, die die Kanzlei übernommen hat. Harald Sudholt ist in seiner ehemaligen Kanzlei inzwischen Niederlassungsleiter und hat mit Rechtsanwalt Winkler als Nachfolgeanwalt eine echte Unterstützung und Entlastung gefunden, der mittlerweile auch ideal in den Mandantenstamm hineingewachsen ist. Für den jungen Juristen eine optimale Lösung. Er kann in eine gut positionierte bekannte Kanzlei einstiegen, übernimmt nach und nach den Mandantenstamm, wird von seinem Vorgänger eingearbeitet und sein Vorgänger weiß genau, dass er sein Lebenswerk in gute Hände übergibt. Für beide Seiten eine sehr zufriedenstellende Lösung. Harald Sudholt ist außerdem absolut davon überzeugt, dass junge Juristen „heute über eine Masse Mut verfügen müssen, wenn Sie alleine eine Kanzlei eröffnen wollen.“

Er hatte nach seinem 2. Staatsexamen zusammen mit einem Kollegen im kleinen beschaulichen Wertheim am Main, der nördlichsten Stadt in Baden-Württemberg, eine Kanzlei eröffnet. Damals gab es in Deutschland schätzungsweise knapp 30 000 Rechtsanwälte. Heute schwanken die Zahlen zwischen 160.000 und 165.000. Seit 1991 führt Sudholt die Kanzlei alleine und er deckt nach wie vor alle rechtlichen Kernfelder ab: Verkehrsrecht, Arbeitsrecht, Mietrecht, Familienrecht und kleinere Strafsachen. „Mit den rund 23 000 Einwohnern in Wertheim und der größeren Umgebung geht das gar nicht anders“, ist Sudholt überzeugt. „Das Aufkommen ist für eine Spezialisierung einfach zu gering, man muss schon die Kerngebiete intensiv betreuen.“ Er habe das stets als Bereicherung empfunden, sagt er. „Ich finde das viel interessanter auf mehreren Gebieten tätig zu sein, als mich nur mit einem Spezialgebiet und damit nur einem kleinen Ausschnitt des Rechts zu beschäftigen.“

Angesichts der Vielfalt seiner Berufstätigkeit seien das Leben und der Arbeitsalltag in der Kanzlei bedeutend vielschichtiger und interessanter.

Natürlich hat auch er erfahren, dass sich das Arbeitstempo in den langen Jahren seiner Berufstätigkeit stark erhöht hat.

„Der Tagesablauf des Anwalts hat sich durch die fortschreitende Technik erheblich verändert, die Abläufe im Büro sind schneller geworden durch Mail, Fax und Kanzleisoftware. Der Personalbedarf hingegen sei wesentlich geringer geworden, weil vieles durch die Computersysteme, die speziellen Anwaltsprogramme und elektronischen Suchmaschinen beschleunigt und auch erleichtert werde. Und dennoch weiß er: „Die Rechtsanwaltsfachangestellte ist das A und O jeder gelungenen Kanzleiorganisation.“ Er hat neben anderen auch Britta Fluhrer ausgebildet, die heute noch das Kanzleimanagement abwickelt, unterstützt natürlich durch eine gute Kanzleisoftware. Doch diese kann nicht ihre Freundlichkeit und ihr offenes Ohr für jeden Anrufer oder Besucher ersetzen.

Sören Winkler arbeitet seit Beginn seines Studiums viel mit elektronischen Medien. Elektronisch recherchieren ganz normal. Harald Sudholt liebt das Diktieren, doch vieles andere, das mit digitaler Technik zu tun hat, überlässt er seiner Mitarbeiterin. „Recherchen sind mit dem Internet-Rechtsportal juris oder anderen Suchmaschinen schon schneller durchzuführen“, gibt er zu, „aber ich arbeite gar zu  gerne mit Büchern.“ Er verstehe das, was er auf Papier liest, einfach besser als am Computer Gelesenes. Damit dürfte er für Kolleginnen und Kollegen seiner Generation keine Ausnahme sein. Doch für Winkler sind elektronischer Rechtsverkehr, e-Akte, schnelle digitale Kommunikationswege mit Gerichten und Kollegen und letzten Endes auch mit den Mandanten die Normalität.

Win-Win-Situation

Eines ist beiden, dem „Jungen“ und dem „Alten“ gleichermaßen wichtig: Die Mandanten, die zu ihnen in die Luisenstraße kommen, müssen sich wohlfühlen. Eine gute Kanzlei lebt von Vertrauen. Sören Winkler sieht sich fast in einer Rolle wie es Hausärzte oft sind: „Der persönliche Kontakt ist der wichtigste Sicherheits- und Vertrauensfaktor“. Die beste Technik könne nicht den intensiven persönlichen Kontakt ersetzen.

Beide Anwälte genießen, die Win-Win-Situation, in der sie sich befinden. Harald Sudholt hatte anfangs gar befürchtet, er müsse eines Tages einfach zuschließen und das wollte er auf keinen Fall. Für den jungen Sören Winkler war der Eintritt in eine Kanzlei keine Selbstverständlichkeit „In eine Kanzlei zu kommen, ist gar nicht so einfach“, meint er. Harald Sudholt hingegen musste sich schon überwinden, sein Lebenswerk  in fremde Hände zu übergeben. Und wie meint er so schön: „Ich musste erst einmal loslassen lernen.“ Doch, so wie es im Moment aussieht, hat es sich für beide gelohnt.

Harald Sudholt ist Maxtarget für die Vermittlung und auch für die Beratung während des Übergabeprozesses sehr dankbar. „Ohne diese Unterstützung würde ich vermutlich heute noch nach einem Nachfolger suchen und das Schöne ist auch noch, dass ich nicht von heute auf morgen aufhören muss, sondern mich so nach und nach zurückziehen kann.“

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