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Ein ständiges Auf und Ab

Ein ständiges Auf und Ab

Kurztrip zwischen Allgäu und Vorarlberg

(shg) – Ihr Beruf nimmt Sie mit? Sie wünschen sich mal wieder echte Erholung, um den Gedanken nachzuhängen und Ihre Augen mit dem Blick in die Weite zu belohnen? Aber Sie möchten nicht eine halbe Ewigkeit unterwegs sein? Dann wäre das Allgäu ein nahes und beinahe zwangsläufiges Ziel, wenn Sie denn Spaß am ständigen Auf und Ab haben.

Das Allgäu ist eine wunderbare Komposition der Natur aus „echten“ teils schroffen Bergen und lieblicher wellenförmiger Voralpenlandschaft. Es gehört überwiegend zu (bayerisch) Oberschwaben und liegt südlich der Donau. Die südliche Grenze bilden die Allgäuer Alpen, die bereits zum Teil zu Österreich gehören. Kommt man von Norden, beispielsweise mit dem Auto über die A7, werden bei gutem Wetter etwa ab Kempten die Berge sichtbar. Folgt man dann dem Gebirgsfluss Iller in Richtung Süden, so bildet der Grünten als erste größere Landmarke zur Linken den sog. „Wächter des Allgäus“. Ab hier findet man diese bereits angesprochene Kombination aus markanten Bergen mit dem breiten Illertal dazwischen. Man schaut nicht, wie in anderen Bergregionen, immer nur gegen das gegenüberliegende Bergmassiv. Das Tal ist offen, hell und freundlich. Sehr gepflegt geht es im Allgäu zu, so sind im Spätsommer die allgegenwärtigen Futterwiesen so gleichförmig gemäht, dass man glauben könnte, auf einer überdimensionalen Modelleisenbahnlandschaft unterwegs zu sein.

(Foto: Illertal)

(Foto: Illertal)

Offen für unterschiedlichste Wünsche

Genau die Mischung macht das Allgäu auch als Ferienregion so interessant. Klar, dass Wandern einen hohen Stellenwert hat. Vom entspannten Spaziergang unten in der Ebene bis zu hochalpinen Touren ist alles möglich. Oberstdorf bildet dabei den südlichen Kulminationspunkt, denn hier gibt es eine schier unglaubliche Vielfalt an möglichen Freizeitaktivitäten. Gleitschirmfliegen im Tandem? Bergtour im Süden über die österreichische Grenze? Rafting? Mountainbiking? Reiten? Golfen? Dies alles und noch viel mehr ist innerhalb von wenigen Auto- oder besser Busminuten erreichbar. Der Winter „pimpt“ die Möglichkeiten naturgemäß noch weiter. Alpin-Skilauf (mit WM-Lauf in Ofterschwang), Eislaufen (im Oberstdorfer Stadion), Mitfiebern bei Skispringen / Skifliegen (auf den internationalen Schanzen in und um Oberstdorf) und Langlauf / Biathlon – für alle Bereiche ist Oberstdorf eine weltbekannte Marke.

Daneben sind erstklassige Bergbahnen sommers wie winters in der Lage, auch den Nicht-Sportler entspannt auf große Höhen mit atemberaubenden Ausblicken zu transportieren.

Der Talgrund ermöglicht Langlauf im Winter und Radfahren im Sommer unter optimalen Bedingungen. Von Frühjahr bis Herbst bietet ein über 200 km langes Wander- und Radwegenetz landschaftlich reizvolle Wege und vielen Tourenvarianten. Gute Beschilderung und im Winter perfekt gepflegte Loipen sind nicht nur etwas für Leistungssportler.

(Foto: Oberstdorf)

(Foto: Oberstdorf)

Oberstdorf bildet in Richtung Süden auf der Straße den Schlusspunkt. Die südlichste Gemeinde ist daher auf 813 m Höhe eine Art Zielpunkt, ab dem es dann auch keinen Durchgangsverkehr mehr gibt. Man bleibt und genießt den heilklimatischen Kurort – von der Landschaft bis zum regional ausgerichteten Essen. Oberstdorf bietet für jeden Geschmack das Richtige – und das meint nicht nur die kulinarischen Erlebnisse. Einfaches Hostel oder 5-Sterne Luxusherberge. Alles ist möglich. So finden sich eine Vielzahl an Restaurants und exklusive Shoppingmöglichkeiten im Ort. Und einmal angekommen, braucht es kein Auto mehr, denn die Busfahrten im Ort und dem angrenzenden Gebiet gehören bei den meisten Hotels zum Arrangement. Generell ist man im Allgäu bestrebt, einen möglichst naturnahen und sanften Tourismus zu fördern, um diese einmalige Region bestmöglich zu erhalten.

Kleinwalsertal – Allgäu auf österreichisch

Kurz vor Oberstdorf gibt es mit dem bekannten Kleinwalsertal den Abzweig zu einer weiteren Besonderheit, die naturgemäß „auffälliger“ war, als es in Europa noch echte Grenzen gab. Das Kleinwalsertal, ein Stück Allgäu, gehört seit jeher zu Österreich. Da es aber wegen der hohen Vorarlberger Berge dorthin keine direkte Verbindung gibt, war das Tal schon früher sog. Zollanschlussgebiet. Man urlaubte damals in Österreich und zahlte in der Enklave mit der D-Mark. Deutlich höher gelegen als der Allgäuer Talgrund bietet das Kleinwalsertal eine nochmals deutlich höhere Schneesicherheit.

Aus dem Kleinwalsertal trägt die Breitach das Wasser zu Tal. Sie bildet etwa an der Grenze zu Deutschland die bekannte Breitachklamm. Als die Gletscher nach der letzten Eiszeit schmolzen, hat sich der Bach seinen Weg durch die Felsen geschnitten. Auf diese Weise entstand die mit 2,5 km Länge und ca. 150 m Tiefe tiefste Schlucht Mitteleuropas.

(Foto: Breitachklamm)

(Foto: Breitachklamm)

Darin wurde ein Weg „gangbar“ gemacht, der – außer bei Hochwasser – am besten vom Talgrund bei Oberstdorf begangen werden kann. Oben angekommen, bringt einen der Linienbus wieder an den Ausganspunkt der beeindruckenden Wanderung.

Der Weg hinaus nach Österreich

Wir sprachen bei der Beschreibung von Oberstdorf schon von der Lage am Talschluss. Ein wenig zurück in Richtung Norden gibt es aber dennoch zwei Möglichkeiten, um ins benachbarte Österreich zu gelangen. Dies daher auch als Tipp an Motorradfahrer: Die eine Option führt von Sonthofen über Bad Hindelang über die berühmte Jochstraße in Richtung Osten nach Oberjoch. Hier findet vom 5. Bis 9. Oktober 2016 das jährliche Jochpass-Oldtimer-Memorial statt. 106 Kurven und quasi keine Geraden überbrücken gut 300 m Höhenunterschied. Da kann man sich schwindelig fahren in einer grandiosen Kulisse. Hinter Oberjoch folgt das bereits zu Österreich gehörende Tannheimer Tal.

(Foto Tannheimertal)

(Foto Tannheimertal)

Über eine wunderbare Runde lässt sich die zweite Option, aus dem Illertal nach Österreich zu gelangen, erfahren: Dem Tannheimertal folgend in Richtung Reute gelangt man via Gaichtpass ins Lechtal.

Lechtal
Folgt man diesem flussaufwärts, so erreicht man hinter Warth (am Arlberg) den Hochtannbergpass, der hinab nach Vorarlberg oder besser gesagt in den Bregenzer Wald führt. Oben auf der Höhe ist man eigentlich von Oberstdorf und Kleinwalsertal nicht weit entfernt – nur gibt es keine Straße über die hohen Berge.

(Foto: Hochtannbergpass)

(Foto: Hochtannbergpass)

An einigen exponierten Stellen des Bregenzer Waldes kann man sogar von Ferne das Schwäbische Meer, den Bodensee, sehen.

(Foto: Blick auf den Bodensee)

(Foto: Blick auf den Bodensee)

Die Hauptstraße B 200 verlassen wir in Egg und fahren in Richtung Großdorf und Lingenau weiter nach Hitisau, folgen der Straße nach Balderschwang, das in einem Hochtal liegend bereits wieder zu Deutschland gehört. Kurz davor biegt rechts eine weitere schöne Sackgasse nach Silbratsgfäll ab. Der kleine, verschlafene Ort eröffnet dem geübten Wanderer oder Moutainbiker den Weg ins Kleinwalsertal, von Westen her kommend.

(Foto: Bregenzer Wald)

(Foto: Bregenzer Wald)

Aber zurück nach Balderschwang. Nach Ansicht des Autors, ist der folgende Riedbergpass zurück ins Illertal und nach Oberstdorf ein perfekter Genuss für den Motorrad- oder Cabriofahrer. Zwar ist der Pass nicht spektakulär, was Höhe und Streckenführung angeht, aber er fährt sich flüssig und beschwingt, ohne dass man ständig vor Spitzkehren immer wieder fast zum Stillstand kommt. Und 18 % Gefälle in Richtung Allgäu sind auch ein Wort. Oben auf der Passhöhe findet sich das Wintersportzentrum Grasgehren, das durch seine geschützte Lage sehr schneesicher ist. Unten angekommen, biegen wir in Fischen rechts ab und sind 10 Minuten später wieder in Oberstdorf.

Fazit

Die Region Allgäu und Bregenzer Wald eignet sich ganzjährig für einen (Kurz-)Urlaub. Wunderbare Landschaften, erstklassiges Essen, eine große Auswahl an Unterkünften und die relative Nähe sind nur einige Argumente. Probieren Sie es aus.

(Text und Bilder Stephan H. Gursky)
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